Wege

Es ist ein neues Gefuehl im Internetcafe zu schreiben. Besonders in einem Land das mehr Zeichen und Laute hat als zu Hause. Ausserdem ist die Anordnung eine andere. Beispiel zur Lautdichtung : [ ] Es geschieht natuerlich nichts, da ich es nicht schaffe die schoensten Zeichen zu oeffnen. Aber wie bemerkt gibt es kein oe und kein ue und kein ae, dafuer schreibe ich ue, oe, ue!

Die Blaetter im Boehmerwald werden rot und gelb, aber eine gewisse Waerme erlaubt das Trinken des Cafe/s draussen.

Das Internetcafe befindet sich im Schlosstrakt, am ersten Hof, vor dem Graben mit den Baeren, die den ganzen Tag Aepfel und Moerhren essen.

Ab morgen bin ich in einer Geisterstadt. Linzer Literaten (welch Wort/Linzer Literaten lieben Linzertorte!) ja, Linzer Literaten und Kuenstler machen einen Ausflug zu ihren tschechischen Kollegen.

Kubin und die Auswirkungen des Massentorismum. Heisst das Thema. Kubin, einer der ersten fantastischen Maler und Literaten (Buch/Die andere Seite) hat um die Jahrhundertwende hier viel geschrieben. Egon Schiele hat man wieder vertrieben, weil er nakte junge Maedchen gemalt hatte, aber ich darf bleiben.

Geisterstadt die Geisterbend sieht ueber den Marktplatz macht in einer Muehle, Musik samt Lesungen und Performance. Das Ganze endet um 7.26 morgens zur Sonnenaufgangslesung auf der Schlossterasse, ein Format das sicher auch fuer Frankfurt geeignet ist. Gefolgt von Fuehrungen, die auch meinen Schreibraum einbeziehen, endet alles am Bahnhof bei Musik und Rueckfahrt.

Wenn ich schon bei Fantastik bin, puenktlich um 22.00 fahren die Kraene der Flutlichtanlagen und Scheinwerfer aus den alten Gassen hinauf. Elektrische Lagerfeuer gluehen am Schloss und die Dreharbeiten fuer Kastell 2 oder so beginnen.

Das ist nicht natuerlich. Wie die Chinesen mit den mittelalterlichen Kostuemen.

Es ist fantastisch hier. Noerdlich vin Linz suedlich von Budweis und oestlich von Passau mit der zweitgroessten Burg diese Landes.

Neue Wege,

neue Orte,

und immer die selben Zeichen.

Be Poet Na Sledano

Lesebühnen

Es war ein netter Abend in der 1. Frankfurter Lesebühne. Das Sixty4 war voll, es gab Freibier und ich konnte auch mal etwas Prosa lesen. Es gab sogar , wie sich das für eine Lesebühne gehört ein Sofa.

Was ist eine Lesebühne ?

Eine Leseveranstaltung die möglichst wöchentlich und möglichst in Berlin und möglichst mit einem Sofa, von möglichst zwei bis vier Personen veranstaltete und regelmäßig, also möglichst jede Woche stattfindende durch Eintritt finanzierte Leseshow.

Die selbst schreibenden und vorlesenden Veranstalter und Showmaster sind die Schamanen außerhalb des Suhrkampverlages und der Literaturhäuser. Sie predigen in schönster Gospelmanier und geben den Gästen Freude und Weisheit weiter.

Zum Beispiel tragen in Berlin, wo die meisten Lesebühnen vorhanden sind, die Surfpoeten ein Arbeitslosengebet vor. Ja, sie haben die Arbeitslosigkeit zur Religion erhoben. In der Chausee der Enthusiasten sind die schönsten Literaten Berlins zu sehen, ich rate niemanden den weniger schönen in die Augen zu sehen. Außer sommerlicher Lesedünen kommen alle Formate vor. erst letzlich war im Dunckerclub ( Da gehe ich immer tanzen, wenn ich in Berlin bin.) ein Dark Poetry Special. Liedtexte entsprechender Bands wurden vorgetragen. Gelegentlich tauchen auch lesende Frauen und andere lesende Gäste auf den Lesebühnen auf, die viel besser sind als die Veranstalter. Slampoeten werden auch nicht so gerne gesehen, die sind zu lustig und beschädigen das Image der entsprechenden Kirche, es kann ja nicht jeder Papst sein,was diese veranlasst eine eigene Lesebühne zu eröffnen.

Berlin eignet sich besonders für Lesebühnen. Es gibt genügend große Kneipen mit Nebenräumen und jeder Wirt ist froh über Publikum, das dort reichlich Zeit hat, weil es entweder studiert oder Hartz 4 Geld hat und schon draußen Flaschenbier trinkt.

In Frankfurt ist das anders. Die Wirte wollen nicht das man viel oder überhaupt Eintritt nimmt, es könnten ja zu wenig kommen. Außerdem ist das Risiko zu groß Laufkundschaft zu verscheuchen und es gibt zuviel Menschen die hier arbeiten, Überstunden machen und körperlich und geistig dadurch erledigt sind und ihre wenigen freien und wachen Minuten dann doch in die Beziehung stecken.

Generell sind die meisten Poetry Slams und Lesebühnen außer in Berlin, im süddeutschen Raum etwas in NRW und weniger im Norden anzutreffen. Es scheint das in barocken und den gkörperlichen Genüßen mehr zugetane Gegenden, eher auf andere Literatur anzutreffen ist. In Österreich sind mehr skurillere und der bildenden Kunst zugewandten Veranstaltungen anzutreffen.

Infos Termine über www.mairisch.de das www.berliner-zimmer.de dort wird auch erklärt was ein Lesesalon ist wie z.B. Salon Franco am Sa den 30.9. 21.00.

Trotz der Freude beim zuhören gelesener Texte gilt mein Lob den Freestylern und freien Erzählern ohne Texten. Dessen Bundesverband sitzt in Nürnberg und die reden eher als zu schreiben. Wer mal einen guten Erzähler erotischer Märchen oder Geschichten aus 1001 Nacht erlebt hat wird mir zustimmen.

Doch wie immer ist die größte Bühne das Leben und jeden Morgen geht ein neuer Vorhang auf.

Applaus!!!!!!!!!! Be Poet !

Slamen und Schlemmen

Ich halte das Magazin von www.exfor.org in meinen Händen. Thema Essen.

Außer solchen Sätzen wie: Wer kocht kann auch versalzen und vielen Bildern von Erdbeerständen verrate ich darin mein Bulgursalatrezept.

Die Gammelfleischskandale ließen mich heute die Frage an die Fleischereifachverkäuferin stellen, ob der Leberkäse frisch sei und nicht eingefroren. Sie meinte, der sei frisch und kommt direkt aus der Fabrik.

Nachher geht es zur Rödelheim Restaurant-Führung. Leider haben alle guten und bezahlbaren Gaststätten geschlossen. Im japanischen Restaurant ist jetzt sogar ein Friseur eingezogen. Aus Senso i Vita wurde eine Wohnung gemacht, wenigstens etwas erfreuliches und satt des Biegwaldinders wagt es ein Verwandter von Goethe günstige Schnitzel anzubieten.

Die Weinstube hat schon lange zu und alle sind gezwungen zur Alternative in den Keller beim Kapitän zu gehen. Der Wirt vom Schusterstübchen lebt nicht mehr, so die Gerüchteküche, und der neue Italiener am Eck ist ein Blender und die Volksküche ist nur am Donnerstag.

Billiger und Bier ist der Trend der Stadtteilküchen. Sicher, wer kann sich das Essen gehen noch leisten. Nichts oder alles. Der Ein-Sterne-Italiener hält sich. Wenn jeden Tag ein bis zwei Tische besetzt sind, reicht ihm das wohl, bei den Preisen, versteht sich.

Selber Kochen ist angesagt. Kochsendungen, Kochbücher gehen weg wie warme Semmel und am Fischgroßhandel bilden sich Freitags-Schlangen. Die bekommt man da zwar nicht, aber Aale.Wer noch preiswert und interesant essen will, sollte ins Bahnhofsviertel gehen die chinesischen Resaurants unter entsprechenden Hotels. Außer Darmschweinereien, bekommt man da Hühnchenbällchen mit Algen und Speckmantel, Maultaschen mit Huhn oder Rind mit Essig.

Fisch, Fisch, Fisch und kein Süß-Sauer für Einsteiger.

Wer slamt, sollte einen nicht zu vollen Magen haben, das ist wie beim Singen. Vorallen keinen ekligen in letzter Minute heruntergeschlungenen Knoblauchsossenkebap. Punktabzug. An Bieren sollte man sparen oder sie in vollen Mägen genießen.

Was mir immer fehlt ist ein guter Wein.

Es fließt der Bachustropfen mild

Lippen, Gaumen,Zunge, Magen.

Sag mir wo weitere Tropfen sind,

um das Leben zu ertragen.

Goehte zum Anfang

Erinnerung

Willst du immer weiter schweifen?

Sieh, das gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen,

denn das Glück ist immer da.

J.W.Goethe

Bei den Anfängen dieses Blogs muß der gute alte Johann Wolfgang herhalten. Es ist ja auch noch der 11. September und der Papst erzählt etwas von der Schwerhörigkeit Gott gegenüber. Mir fällt es schwer überhaupt jemand hörig zu sein, obwohl ich auch gerne mal zuhöre, aber dann doch lieber dem Goehte. Schade ist nur das er nicht erklärt hat, wie man es lernt das Glück zu ergreifen, aber das muss wohl jeder und jede für sich herausfinden. Jedenfalls …..hinter dem Bildschirm geht es weiter und heut scheint die Sonne. BEPOET

Frankfurt Istanbul

Der Löffel klappert vertraut im türkischen Tee. Süß. Ein vager Geruch von guten Lahmacun und frischen Fisch streicht herum. Meine Gedanken sind auf der Dachterrasse und blicken auf den Bosporus. Die Füße kleben auf dem harten Beton der Elbestraße. Das Herz ist bei dir.

Die letzen Kurzparker fahren zum „Ins grüne Wohnen“. Der Parkscheinautomat beendet seinen Dienst um siebzehn Uhr. Zeit für die Anwohner einen der wenigen Plätze zu besetzen. Das Abendgeschäft beginnt. Ich will ans Meer doch die letzte Fähre nach Marmara ist schon weg. Am Kai hängen die Luftballons für die Luftgewehre. Hinten grillt der Fisch und das hacken der Petersilie dringt ins Ohr. Oben nur Dächer mit steilen Giebeln und die Nächte von Istanbul nur in meinen Träumen. Die Schritte schleichen im Rhythmus und der Bass schlägt wie die Boote an der Kaimauer. Schreiend formt die Zunge Töne der Träume hinaus.

Freitag Elbestraße 10 Hinterhaus Ffm. Achtzehn Uhr.